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Aniata
bedeutet Wolkenhimmel. Ani Himmel und ata Bild, Schatten, Dämmerung, Wolke.
Es ist eine weitere Abwandlung der Pohureihe, in der die Fußquadrate
weggelassen wurden und die oberarme miteinander verschmolzen sind.
Das Muster wird auch in Bogen- und Ringform genutzt. Als Ring kann es
Grundlage für den Kompass feóó sein.

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Feóó ist eine Rosette und wird heute zumeist mit Kompass übersetzt. Das
Motiv ist typisch für Körperwölbungen wie z.B. Schulter oder Knie, da diese
Stellen, nach alter Tradition, oft mit runden bzw. elliptischen Mustern
geschmückt werden.

Seinen
Ursprung findet der Kompass in einer Kette aus Rumpf und Kopfteilen der
Enatamännchen (1) (s. Ursprung als Abwandlung des Gottes Tiki), die auf die
Wölbung projiziert werden und somit die Rundung ergeben.
In
seiner endgültigen Form erinnert der feóó an Stern- oder Blumenformen, die
im polynesischen Raum weit verbreitet sind. Ein Beispiel für diese
Darstellungsform ist die Kürbisblüte (2), die auf die selbe Weise gebildet
wurde.
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Fatina
bedeutet Bruchstücke oder Splitterstücke von fati - zerbrechen. Fati
kann auch Gelenkfuge bedeuten. Eine wirklich passende Bezeichnung, da
das Fatinamotiv stets in der Kniekehle zu finden ist. Es besteht aus 4
Stücken, die, wie andere Deckflächen auch, mit verschiedenen Randmustern
versehen sind.
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Hiku-atu oder auch hikuhiku-atu sind Bonito-Schwanzstücke (Bonito=Thunfisch)
und haben sich aus dem Muster niho-peata gebildet. Wie wurde aus dem Hai der
Thunfisch? Ganz einfach. Zwei Reihen niho-peata werden gegenübergestellt,
entweder mit Abstand oder mit Berührung der Dreiecksspitzen.
Auch von diesem Muster gibt es zahlreiche Abwandlungen, in denen zumeist die
zueinander gestellten Dreiecke zusätzlich mit weiteren Linien verbunden
werden.

Die Verzierung ist auch Bestandteil zahlreicher anderer Muster, wie
beispielsweise das kohe-ta oder das poepoe. Ansonsten werden die
Bonito-Schwanzstücke ähnlich eingesetzt wie die Zahnreihen des niho-peata -
als Randmuster schwarzer Deckflächen.
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Das hope vehine geht aus den Etua hervor, welches
wiederum seinen Ursprung bei der Tikidarstellung hat (s. Muster abgeleitet
vom Glauben)
Hope vehine bedeutet soviel wie Frauenhüfte, wobei aber ungeklärt bleibt,
wie diese Namensgebung zu Stande kommt. Hope als Hinterteil oder auch
Inneres, vehine als Frau, Weib, Ehefrau.

Mit dieser Reihe lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie
die Gliedmaßen der Sitzmännchenfigur nach und nach zu Quadraten
zurückgebildet werden, der Kopf verschwindet und sich zum Rumpf zurückbildet
und nur noch die Arm- und Beinbogen erhalten bleiben. Wird die Form immer
weiter zurückgebildet, bleibt das letzte Motiv der Reihe als Kreuzfigur, die
aber in der Tatauierung äußerst selten vorzufinden ist.
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Der Begriff Ipu meint Napf oder Schale. Aufgrund dessen wird das Muster
häufig auch Kalebassenaugen genannt, weil erstens die Anordnung an Augen
erinnert und zweitens Kalebassen (kleine Kürbisse) oft als Schälchen für
Nahrung etc. genutzt wurden.
Die ipus sind fast immer auf den Innenseiten der Arme bei Männern und Frauen
zu finden, sowie in der Achselhöhle und bei den Frauen auch auf den Händen.
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Das kake-Muster ist immer Bogenförmig angelegt. Die Biegung ist zumeinst
flach bis rechtwinklig. Weitere Charakteristika sind die Abschlüsse an
beiden Enden, die fast immer Etuaderivate (s. Musterherkunft im Glauben)
darstellen. Weiterhin gibt es fast immer eine Mittellinie sowie verstärkte
Randlinien.
Kake bedeutet steigen oder Anstieg. Dieser Anstieg lässt Dank der Bogenform
gut erschließen. Die Herkunft des Musters geht auf Tikidarstellungen zurück
und entwickelt sich aus dem gebogenen Arm der Götterfigur.
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Dieses Muster wird Kniegesicht genannt. Ganz nach der
Sitte, Körperwölbungen mit Rundungen zu verzieren, ist das Antlitz direkt
auf dem Knie zu finden. Es hat seinen Ursprung in zwei Kakebögen, die
senkrecht geteilt wurden.
Findet sich das Gesicht auf der Wade, ebenfalls eine Körperwölbung, so wird
es poriri, Wadengesicht, genannt. Auch hier bildeten Kakeformen den Ursrung.
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Dieses
Motiv ist eine Form des Etua (s. Tikiderivate). Nahe verwandt mit dem pohu,
der ebenfalls eine Abwandlung darstellt, nur dass hier die Extremitäten noch
nicht zu Quadraten verkümmert sind.
Kea bedeutet Schildkröte und der Keaetua ist der Vorgänger des
hope-vehine, sodass die Bezeichnungen z.T. synonym verwendet werden. Die
Bezeichnung als Schildkröte ergibt sich aus dem
Bildnis, wenn zwei Kea
aneinander gesetzt werden und die Rümpfe der Männchen den Schildkrötenpanzer
bilden.
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Dieses Motiv beschreibt die Deckfläche auf den Schultern bis hin zum Oberarm
direkt neben den Hibiskusstreifen (toi) Das Wort Bedeutet Flügel und nach
seiner Form lässt sich diese Bezeichnung gut nachvollziehen. Der keheu wird
eher selten zusätzlich mit Randmustern verziert aber hat sehr häufig ein
Kreis- bzw. Rosettenmuster (feóó) auf der Schulterwölbung, die der keheu
völlig umschließt .
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Dieses ist das größte Muster der marquesanischen Tatauierung, welches man
als eine Einheit fassen muss - das Kohe-ta, Bambusmesser. Man kann es auch
als ein Kurzschwert in der Scheide bezeichnen. Die Teile die zu dem
Gesamtmuster gehören wären dann Griff, Gürtelband, Scheide und Schutzkappe.
Die Griffe begegnen sich auf dem Rücken an der Wirbelsäule und stellen im
eigentlichen nichts anderes als ein weiteres poo dar. Häufig finden sich in
der Deckfläche weitere Ziermuster. Das Gürtelband stellt ein Mustestreifen
dar (s. kofati). Und die Schutzkappe bildet ein matahoata. Zwischen Gürtel
und Schutzkappe befindet sich der Bereich der Scheide. Eine rechteckige
schwarze Fläche mit Musterungen (z.B. hiku-atu) durchsetzt
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Dieses
Muster bezeichnet eine Tatauierung die auf frühere Handarbeiten, wie
Schnitzereien, Wickellungen, etc. zurück geht. Im wesentlichen besteht das
Muster aus aneinander gesetzten Winkeln. Wie diese zusammengesetzt werden
kann stark variieren und wird noch an anderer Stelle genauer betrachtet (s.
Tatauiermuster Handwerk)
Die Übersetzung lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass
das Muster aus Winkeln besteht. Kofati bedeutet geknickt oder gebrochen
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Das matahoata ist bei den Marquesanern von zentraler Bedeutung. Der
Wortteil mata lässt sich mit Gesicht oder Auge übersetzen und hoata mit
klar, leuchtend oder auch Mondsichel.
So ergibt sich die Bezeichnung Halbmondgesicht. Es wird an zahlreichen
Stellen nahezu über den gesamten Körper verteilt verwendet und kann jeweils
unterschiedliche Ausprägungen annehmen.
 Auch diese Form lässt sich auf abgewandelte Tikidarstellungen (Etua)
zurückführen, wie an anderer Stelle gezeigt wird. |
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Dieses klassische Motiv des marquesanischen Körperschmucks wird zur
Zierde an den verschiedensten Stellen eingesetzt. Häufig ist es Teil
schwarzer Deckstreifen und Flächen und ist dort im Rand eingearbeitet.
Übersetzung von niho-peata ist Haifischzahn, angesichts des Aussehens
nachvollziehbar. Peata bezeichnet eine Haiart und niho ist der Zahn. Eine
verwandte Haiart wird mako oder mano bezeichnet. So kommt es, dass das
gleiche Muster, je nach Wahl der Haiart benannt wird. Auf Hawaii z.B. niho
mano oder nio mango.
Das
Muster kann auch in verschiedenen Formen auftreten: komplett geschwärzt (s.o.),
als Leere Dreiecke (1) oder Schraffiert (2,3) Die Anordnung kann stehend
oder hängend (1) aber auch als Wickeldreiecke (3) erfolgen. Die Marquesaner
nennen die Aneinanderreihung von Haifischzähnen auch aá niho (Zahnreihen). |
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Das Motiv ist ein Füllmotiv, welches gut in freie Flächen eingearbeitet
werden kann. Es besteht aus einer Dreiecksform, ähnlich einer Gewebezelle
und Kakebögen.
Es wird zum Teil auch áma kopeka genannt - áma für das Licht der Brennnuss
und kopeka für gedreht - also insgesamt in etwa die wehende Flamme.
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Otipi bezeichnet das gesamte Dekor auf dem Hintern,
bestehend aus vau matahoata und aniata. Das Wort meint soviel wie flacher
Abschnitt oder Scheibe.
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Bei Betrachtung der Beine fällt sofort die charakteristische Teilung der
Muster in zickzack Form auf. Die Paka bezeichnen die daraus resultierenden,
meist nahezu rechtwinkligen, Dreiecksflächen.
Paka bedeutet Stück oder besser Bruchstück. Die Zusätze iti, oto, nui, muo
und puha beschreiben die Art und Lage der Flächen genauer:
iti - kleines | oto - inneres | nui - großes |
muo - des Knies | puha - des Oberschenkels
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Dieses Muster bildete sich ebenfalls aus dem Armbogen des Tiki.
Papua heißt Einhegung. Rücken die doppelten Armbögen in ihrer weiteren
Entwicklung noch weiter zusammen, so beginnt die Bildung des Musters Ipu.
Es wird getragen von Männern und Frauen und ist dabei häufig auch in Ketten
oder besser Bandform angelegt.
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Mit diesem Begriff werden die schwarzen Deckfelder auf der Brust bezeichnet,
die sich jeweils, von oben nach unten, mit anderen Mustern abwechseln.
Der Wortstamm geht auf pepehi zurück, was soviel meint wie hämmern oder
klopfen und wird weiter esteigert zu pepehipu, was dann als Durchhämmern
bezeichnet werden kann.
Die Bezeichnung leuchtet ein, wenn man den Tatauierprozess im Hinterkopf
hat. Die Motive werden geklopft, und in diesem Falle eben bis zur völligen
Schwärzung durchgehämmert.
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Diese Deckfläche unterscheidet sich nicht von den anderen Deckflächen poo.
Sie wird gleichsam mit Randmustern versehen. Einziger unterschied ist, dass
es die rechtwinklige Form durch das angrenzende gebogene Bambusmesser (kohe-ta)
nicht beibehalten kann. Das Messer ist auch für den Namen verantwortlich.
Pii kohe meint nahe dem kohe-ta. Also ist das pii kohe die unterste
Deckfläche auf dem Rücken, die direkt an das Bambusmesser grenzt.
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Poepoe ist ein Ringschmuck der zumeist an Arm oder Wade von den Männern
getragen wird. Das Muster selbst wird oft aus anderen Teilen gebildet wie
z.B. Bonitoschwänzen in den verschiedensten Ausprägungen.
Die Tatauierung ist nach poepoe dem Ringschmuck aus Federn und Haarlocken
benannt, der an den selben Stellen getragen wird. Das Wort selbst bedeutet
Kranz.
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Das Motiv ist benannt nach einem
Sagenhelden der Marquesaner: Puhu-Makaioma. Es stellt ein Etuamännchen dar,
die an anderer Stelle noch näher betrachtet werden.
Pohu war Sohn eines Paares, das zuvor nur Missgeburten zeugte. Pohu war
jedoch sehr faul. Es kam zum Streit und er zog hinaus. Auf seiner Wanderung
wurde er zum Held. Überall wo es Kampfspiele gab war er anwesend und
siegreich.

Das Muster ist einzeln, als Randschmuck oder freistehend,
oder auch in Reihung vorzufinden, welche ihrerseits wiederum Ursprung neuer
Muster ist.
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Dies sind ebenfalls deckflächige Querbänder, wie die pepehipu auf der
Vorderseite. Poo bedeutet Teil oder Stück. Wie die anderen Deckflächen auch,
werden die Randflächen verziert und die einzelnen Teilstücke bekommen
gesonderte Namen nach ihrer Lage.
- poo kaki (Halsteil): Das Schulterblatt bis über das Oberarmgelenk
- poo paofifi (Schulterteil): Unter dem Schulterblatt bis zur Achselhöhle
- poo kaokao (Rippenteil): Kann bis nach vorn an den Hibiskusstreifen
reichen
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Puhi
ist ein Seeaal. Das Muster stellt ihn in bewimperter Form dar. Man finden
den puhi bei Männern gern auf dien Armen und dann oftmals auch in gekreuzter
Form, bei den Frauen zumeinst auf den Oberschenkeln. |
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Toi bezeichnet den gesamten Bereich vom Hals abwärts bis zur Hüfte, in dem
sich abwechselnd pepehipu und andere Muster darstellen.
Toi kommt von ziehend oder schleppend und wird auch als Bezeichnung für
abgerissene Hibiskusrinde genutzt, also kann hier im Sinne von Streifen
verstanden werden. Auf der hier abgebildeten Brust finden wir zwei derartige
Streifen.
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Dieses Muster wird Bad des Kena genannt. Kena ist ein
weiterer Sagenheld der Marquesaner.
Das Muster ist dem hope vehine nahe verwandt. Es besteht aus 4 Bögen (beim
hope vehine nur 2) die auseinander gedrückt wurden und somit Lücken
entstehen lassen. Diese Lücken sind als das Bad oder Bassin zu sehen. In
ihnen sitzt Kena, vollkommen reduziert auf einen rautenförmigen Kopf und
kurzen Halsansatz.
Auch dieses Motiv kommt wie so oft sowohl in abgeänderter Form also auch in
Reihe vor.

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Vau bezeichnet einen Fisch und
zwar den weißen Rochen. Man kann deutlich Mundspalte, Auge, Flügelflossen
und Stachel erkennen.
Somit stellt diese Tatauierung eine naturalistische dar. Sie kommt nur an
dieser Stelle vor und ist stets in der oberen Hälfte des otipi Musters zu
finden.
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