polynesische Tattoos und Tattoo Designs, ihre Herkunft und Bedeutung

 Ursprung der polynesischen Tätowierungen und Tattoos


 

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Mythen der Entstehung
Tahiti/Marquesas  Neuseeland  Samoa  Fazit

 











 

 

Im polynesischen Raum sind Kult, Mythen und Religion vorrangig durch die Natur geprägt. Gottheiten symbolisieren häufig Gestirne, Wettererscheinungen oder stellen Urahnen vergangener Zeiten dar, die jetzt gewürdigt werden. So werden besonders Häuptlinge bereits zu Lebzeiten als eben solche Gottheiten verehrt. Der Gott Tiki ist Urahn des Menschengeschlechts aber bereits seine nächste Nachkommenschaft ist, wegen der Vatertochterehe, gekennzeichnet durch äußerst komplizierte Familienverhältnisse, die zudem durch unterschiedliche Ausprägung der jeweiligen Mythen auf den verschiedenen Inselgruppen extrem verworren erscheinen und daher auch nur Bruchstückhaft rekonstruiert werden können.
 

Tahiti/
Marquesas

 

Ein erster Mythos der Entstehung der Tatauierung geht zurück auf das Inzestmotiv. Hina eine Göttertochter gebar ihrem Vater eine Tochter, die ebenfalls Weib des Vaters wurde. Diese Beiden zeugten drei weitere Kinder: der erste Sohn Matamataaru, ein zweiter Sohn Tiitiipoo und eine Tochter Hinaereeremonoi. Um die Keuschheit der Tochter zu bewahren, wurde diese unter Bewachung der Mutter gehalten. Ihre beiden Brüder, auf die Verführung der Schwester bedacht, erfanden das Tatauieren und zeichneten einander ein Muster. Mit diesem Schmuck erschienen sie vor ihrer Schwester, die diese Zeichnung sehr bewunderte. Um selbst diesen Schmuck zu empfangen, täuschte sie die Sorgfalt der Mutter, entkam der Bewachung, die sie Schützen sollte und ließ sich tatauieren. Dabei wurde sie jedoch auch Opfer der Absichten ihrer Brüder.
Somit lag der Ursprung der Tatauierung bei den Göttern und wurde später von den Menschen zu den selben Zwecken nachgeahmt. Die zwei Söhne und gleichzeitig Erfinder des Körperschmuckes wurden die Gottheiten der Tatauierung.

Auf den Marquesas gibt es des weiteren die Tatauiergöttin Kikiioani "Rot des Himmels". Zusammengefasst steht auch hier ein Geschwisterpaar im Zentrum der Erzählung: Kikiioani und ihr Bruder Taha Mata Keé. Die Schwester, Erfinderin des Körperschmuckes wollte ihren Bruder tätowieren, dieser hatte dazu jedoch keine Lust und so tatauierte sie einen Anderen. Darauf hin stahl ihr Bruder die Werkzeuge. Die Schwester suchte verzweifelt, konnte sie aber nicht wieder finden und weinte. Voller Zorn rief sie das Tatauieren solle von nun an weh tun! Zuvor war es schmerzfrei. Als nun der Bruder selbst jemand anderen tätowierte, konnte dieser es nicht aushalten. Taha Mata Keé lief zu seiner Schwester und rief "Der Mann stirbt!" Die Schwester fragt ob ihr Bruder das Werkzeug gestohlen habe, dieser bejaht. Kikiioani fragt "Warum hast du es dir genommen? Ich hätte es dir doch gegeben." Um schließlich die Schmerzen des Tatauierten zu lindern, nahm sie ein Noniblatt, kaute es, legte es auf und blies über die tätowierten Stellen.
Hier lernte man von der Göttin die Heilung und erklärte den Ursprung der Schmerzen der Tatauierung.
 

Neuseeland

 

Der neuseeländische Mythos weicht von den anderen ab und hebt besonders die Tatauierung des Gesichts hervor. Diese Art des Schmuckes fehlt in den anderen Regionen ganz. Als Grund hierfür kann sicherlich der Lebensraum der Maori benannt werden. Das kühle, veränderliche Klima hatte zur Folge, dass die Maori in lange Hanf- und Federmäntel gehüllt waren und sich somit die Tätowierung auf das Gesicht konzentrierte. Der Schmuck "ta moko" - "Eidechse" genannt scheint unpassend. Jedoch besitzt die Eidechse in der Mythenpoesie der Maori dämonische Macht und ist ein todverkündendes Ahnentier, das bei unerwarteter Begegnung selbst die Mutigsten erzittern ließ.
Die Herkunft der Tatauierung wird wie folgt erklärt: Der göttliche Tatauiermeister Uetonga, ein Enkel des Erdbebengottes, lebt in der Unterwelt. Seine Tochter Niwareka verheiratete sich mit Mataora aus der Oberwelt. Nach heftigen Streit des Paares verließ Niwareka ihren Mann und ging zurück in die Unterwelt. Ihr Mann folgte ihr nach und stieß auf Uetonga, der ihm seine bereits bestehende Tätowierung des Gesichts als Pfuscharbeit aus dem Gesicht wischte und ihm ein wahres Moko tatauierte. Unter Schmerzen rief Mataora seine Frau, die ihn anhand seiner Klagen erkannte und herbeieilte ihn zu heilen. Danach gingen Mataora und seine Frau wieder zurück in die Oberwelt. In Zukunft sollte das Tor zur Unterwelt verschlossen bleiben, sodass kein Mensch mehr hinabsteigen könne.
So wird die Herkunft der Tatauierung als aus der Unterwelt stammend und göttlich erklärt. Mataora, der fortan in der Oberwelt lebte, lehrte die Menschen die Kunst des wahren Tatauierens.
 

Samoa

 

Auf Samoa existiert die etwas seltsame Erzählung, dass die Tätowierung von dem melanesischen Fidji stammt. Der Punkt, dass auf Fidji nur Frauen und dass auch nur in sehr bescheidenem Maße, Männer jedoch überhaupt nicht tatauriert werden, wird wie folgt aus der Welt geschafft: Ta'ema und Tilifainga waren die Göttinnen der Tataurierung. Sie schwammen von Fidji nach Samoa, um hier das Handwerk einzuführen. Bei ihrer Abreise waren sie beauftragt worden den ganzen Weg lang zu singen "Tatauiert die Weiber, aber nicht die Männer" (also wie auf Fidji üblich). Jedoch kamen sie bei der langen Reise durcheinander und sangen bei ihrer Ankunft fälschlicherweise "Tatauiert die Männer und nicht die Weiber".
So ist auch hier der Körperschmuck von den Göttern gebracht jedoch in etwas ungewöhnlicher Weise von der Insel Fidji aus, wo der Tatauierbrauch etwas anders geartet war.
 

Fazit

 

Allen diesen Erzählungen ist gemein, dass die benannten Gottheiten sich, gemäß dem Naturglauben der Völker, aus Erscheinungen der Umwelt herleiten lassen. Sie stellen Winde, Wolken, Licht, Dämmerung oder den Mond dar. So symbolisieren beispielsweise die beiden Brüder der ersten Erzählung (s.o.) den Morgenwind und Abendwind, die Schwester die Dämmerung.
Die Lichtkontraste von Wind und Wolken oder am Mond, die Polynesier am Himmel beobachten können, werden als Tatauierungen der zugehörigen Gottheiten angesehen und diese werden somit zu den Lehrmeistern dieser Kunst für die Menschen. So werden in Neuseeland z.B. die Tatauierungen mit der kontrastreichen Gewitterbeleuchtung verglichen.
 

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